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Dialog f. Frieden e. V., Pf. 20 01 54, 47018 Duisburg
An Herrn Bundespräsidenten J. Gauck    Dienstag, 8. März 2017
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin
—-
Offener Brief an Herrn Bundespräsidenten Joachim Gauck

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

Sie haben am 23. April 2015 im Berliner Dom in einer öffentlichen Ansprache feierlich die denkbar schwersten Vorwürfe gegen die osmanische Regierung erhoben. Sie behaupteten, dass

  • die osmanische Regierung 1915 die Armenier im Osmanischen Reich planmäßig vernichtet hätte,
  • die Armenier einzig und allein deshalb vernichtet worden seien, weil sie Armenier waren,
  • die Täter die planvolle Vernichtung des armenischen Volkes mit dem Ziel durchgeführt hätten, einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu gründen,
  • Adolf Hitler bei seinem Einsatzbefehl am 22. August 1939 auf das in Vergessenheit geratene Schicksal der Armenier hingewiesen hätte.

Bei allem Respekt möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Sie in dieser Sache falsch beraten worden sind. Wir wehren uns gegen diese Stigmatisierung der Türkei, weil es sich um nicht erwiesene Beschuldigungen handelt.

Um die Haltlosigkeit dieser Vorwürfe nachzuweisen, haben wir im Laufe der Jahre 2015-2016 alle Mitglieder des Deutschen Bundestages, sowie mehr als 50 Hochschuldozenten, die sich in dieser Sache zu Wort gemeldet hatten, persönlich angeschrieben und zu einem öffentlichen Disput herausgefordert, an dem wir gleichberechtigt teilnehmen können, um diese Anschuldigungen auf den Prüfstand zu stellen. Um Transparenz zu gewährleisten, sollte dieser Disput auf Video aufgenommen und ins Netz gestellt werden.

Doch als es zum Schwur kam, als die Vorwürfe in einem öffentlichen Disput auf ihre Stichhaltigkeit geprüft werden sollten, hatte niemand die Zivilcourage, unsere Herausforderung anzunehmen und die Richtigkeit der eigenen Anschuldigungen zu beweisen. Diejenigen, die, so lange kein Widerspruch zu erwarten ist, vollmundig schwerste Beschuldigungen erheben, meiden eine öffentliche Überprüfung ihrer Behauptungen wie der Teufel das Weihwasser. Diese Kommunikationsverweigerung ist eine Bankrotterklärung par excellence.

Wir wollen keinen Streit. Unser Leitsatz lautet: “Der Funke der Wahrheit entspringt dem Zusammenprall der Ideen”*. Dem entsprechend wollen wir im Dialog mit Andersdenkenden zur Aufklärung der Vergangenheit beitragen. Dazu ist Kommunikation erforderlich.

Herr Präsident, Sie haben am 18. Januar 2017 erklärt: “Wir müssen eine Kommunikation wagen, die deutlich stärker als bisher die Vielen einbezieht und nicht nur die, die regelmäßig am politischen Diskurs teilnehmen. Austausch und Diskussion sind der Sauerstoff der offenen Gesellschaft, Streit ihr belebendes Element.”

Verehrter Herr Bundespräsident, wir erwarten, dass Sie diesen Worten Taten folgen lassen. Tragen Sie zur stärkeren Kommunikation bei. Beweisen Sie, dass Sie auch im Falle der türkisch-armenischen Geschichte Streit als belebendes Element ansehen. Benennen Sie eine Persönlichkeit, die bereit ist, Ihre Vorwürfe in Sachen türkisch-armenische Geschichte in einem öffentlichen Disput gegen unsere Anfechtung zu verteidigen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und besten Wünschen,

Dr. Ali Söylemezoğlu 
(bevollmächtigt, auch im Namen der folgenden
Persönlichkeiten zu unterschreiben)
Ahmet Aktaş, Lehrer in Rente, Essen
Cevdet Albay, Journalist, Oberhausen
Mehmet Celep, Lehrer in Rente, Essen
Ayla Çokbudak, Lehrerin in Rente, Nürnberg
İbrahim Doğancı, Techniker in Rente, Duisburg
Turgay Dündar, Exportmanager/Yogalehrer, Aalen
Abdullah Eldelekli, Dipl. Ing., Offenbach/M
Sevgi Hamuroğlu, ehemalige Kreistagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte Rheingau-Taunus-Kreis, Frankfurt/M
Aydoğan Kekevi, Sozialberater in Rente, Wuppertal
Hamide Küçükler, Weiterstadt, Rentnerin
Hülya Sadıç, Verkaufsleiterin, Karlsruhe
Ümit Rahmi Tuncel, Dipl. Ing. und Architekt, Minden
Remzi Uysal, Volkswirt, Lübeck
Ünsal Wittmack, Dipl. Betriebswirtin und Hausfrau, Hamburg
Şevki Yıldırım, Dortmund, Unternehmer
Hasan Yıldırım, Rentner, Duisburg
Metin Yıldız, Angestellter, Wuppertal
Naim Yılmazbayhan, Unternehmer, Karlsruhe
Ihre Antwort erbitten wir an die folgende Adresse:
Dialog für Frieden e. V., Postfach 20 01 54, 47018 Duisburg

* Ziya Paşa (1825-1880), türkischer Staatsmann und Literat.

 

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